Welcher begeisterte Philatelist kennt in seiner Leidenschaft zu Briefmarken nicht sämtliche Details über den Fehldruck der Tre Skilling Banco? Die Serie dieser Freipostmarke wurde am 1. Juli 1855 in Schweden hergestellt.
Sie umfasste die fünf farblich unterschiedlich gekennzeichneten Werte 3, 4, 6, 8 und 24 Skilling. Ein nicht nachvollziehbarer Fehler führte dazu, dass eine unbekannte Anzahl an 3-Skilling-Marken anstatt grün, in der Farbe der 8-Skilling-Marke, nämlich gelb, fabriziert wurde.
Erst im Jahr 1885 wurde ein Exemplar des Fehldruckes vom jungen Sammler Georg Wilhelm Backman auf dem Dachboden seiner Großmutter entdeckt. Bereits ein Jahr nach dem Fund wurde das Stückchen Papier mit Aufdruck des schwedischen Reichswappen zum ersten Mal weiterverkauft. Die zahlreichen Folgebesitzer bezahlten bereitwillig immer höhere Summen für diese Briefmarke, die bis heute die einzige aufgefundene ihrer Art ist.
Das gute Stück wurde im Jahre 1996 zuletzt in Genf von einem schwedischen Händler für einem anonymen Auktionär erstanden. Dieser darf nun den Fehldruck der Tre Skilling Banco „Frimärke“ für einen Betrag von 1,8 Mio. Euro sein Eigen nennen. Nebenbei erwähnt ist sie somit nicht nur zur wertvollsten Briefmarke der Welt avanciert, sondern aufgrund der Preisrelation zum Gewicht sogar zum wertvollsten Gegenstand der Welt.
Die Frage ist, ob die gelbe Rarität diesen Wert verdient. Wie bei allen teuer gehandelten Dingen, wurde bereits die Echtheit der Marke angezweifelt.
1974 veranlasste der Kurator des Schwedischen Post Museums eine Prüfung durch 9 Experten, die tatsächlich eine Fälschung attestierten. Es wurde behauptet, dass die Marke aus unterschiedlichen Papierarten bestünde und auch optisch mit älteren Fotos nicht übereinstimme.
Im Folgejahr veröffentlichte die Fachzeitschrift „Stamp Collecting“ sogar eine Erklärung, wie durch Manipulation der ursprünglich grünen Briefmarke ein solches Unikat hergestellt werden könne. Das Gegengutachten eines Professors versicherte wiederum die Echtheit der Marke.
Wie auch immer: Der Letztkaufpreis bestätigt, dass auch diese Marke neben blauer Mauritius und zinnoberroter Merkur ihren Stellenwert bei Briefmarkenliebhabern behält.
Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.